Meine Lieblingseier

 

 

Die Kratztechnik

 

Den Ursprung findet das verzierte Osterei im Glauben

 

der Christen als Fruchtbarkeitssymbol. In den sorbischen

 

Gebieten wurden seit dem frühen 18. Jahrhundert an

 

Karfreitag von den jeweiligen Paten Eier bemalt und

 

gekratzt, um sie an Ostern gemeinsam mit einigen

 

Süssigkeiten den Patenkindern zu schenken. Diese

 

Schenkungen wiederholten sich dann bis zur Kommunion

 

des Kindes,welches sich mit einem Gedicht bedankte..

 

Weit verbreitet ist die Kunst des Eierkratzens oder auch Ritzen genannt heutzutage in weiten Teilen

 

der Lausitz,, in Oberschlesien, in Nordhessen sowie im Böhmerland. Jede Region verziert die Eier mit

 

ihren eigenen landestypischen Mustern und Ornamenten.

 

Da meine Familie aus Oberschlesien kommt, sind mir natürlich von meiner Mutter die schlesischen

 

Muster gelernt worden.

 

Mittlerweile habe ich mir jedoch auch viele moderne Blumenmuster verinnerlicht, die ich auf meinen

 

Eiern verarbeite. Ebenso haben die Tiermotive nichts mehr mit dem Ursprung in Schlesien zu tun.

 

Für meine Kratzmuster verwende ich ausschliesslich Hühner- oder Gänseeier, eher selten auch

 

Enteneier. Die Schale dieser Eier ist stabil genug , dem Druck beim Kratzen standzuhalten.

 

Bevor ich die Eier kratze, bedarf es einiger Vorbereitungen: Zunächst werden die Eier ausgeblasen,

 

bei mir haben sie danach nur ein Loch , da ich mit einer Pumpe arbeite. Ihr könnt Euch vorstellen,daß

 

es nach dem Ausblasen immer viel Rührei und Kuchen bei uns und in der Verwandtschaft gibt, um

 

das ausgelassene Eigelb zu verarbeiten.

 

Anschliessend werden die Eier noch ein wenig ausgewaschen und getrocknet.

 

Danach geht's ans Färben . Ich verwende ausschließlich Textilfarben für meine Eier. Da ich mich pro

 

Saison immer nur für einige Farbvarianten entscheide und dann in großen Mengen färbe, habt bitte

 

Verständnis dafür , daß ich bei Eurem Wunschei nicht jede Farbe anbieten kann. Jedoch arbeite ich auch

 

nach dem Kratzen gerne mit einem Fineliner nach , um ein paar farbige Highlights auf das Ei zu

 

bekommen.Die gefärbten Eier müssen nun einige Tage trocknen, bis ich sie kratzen kann.

 

Ich kratze generell mit einem herkömmlichen Cuttermesser, welches natürlich nicht zu stumpf sein sollte.

 

Schwierige Ornamente oder Motive zeichne ich mir mit einem weissen Bleistift, manchmal auch unter

 

Zuhilfenahme eines Zirkels, auf dem Ei vor. Ich beginne dabei eigentlich immer am Loch, da es die

 

schwächste Stelle an der Schale ist. Geht dann das Ei kaputt, war die Mühe bis dahin nicht ganz so groß.

 

Für ein Ei benötige ich bis zu einem Arbeitstag, bis es fertig ist.

 

Aber Ihr könnt es Euch ja auch selber anschauen, wenn Ihr mich auf meinen Ostermärkten besucht.

 

 

 

 

Die Kratztechnik

Meine bunte Seite rund ums Osterei

 

Die Blütentechnik

 

 

 

Im Gegensatz zur Kratztechnik gibt es bei dieser Art,

 

die Eier zu verzieren, keinen alten Brauch mit

 

religiösem Hintergrund. Ich habe vor Jahren einmal

 

auf einem Ostermarkt gesehen, daß eine

 

Ausstellerin getrocknete Blüten, auf Grußkarten

 

geklebt, anbot. Ich dachte mir, ich probiere es

 

einfach mal, weiße Eier mit den Blüten zu bekleben.

Allerdings gestaltete sich mein Vorhaben deutlich schwieriger , als ich dachte.

 

Ich habe fleissig Blüten und Gräser gesammelt und merkte dabei schon , daß sich aufgrund Ihrer Stärke

 

längst nicht die ganze Natur auf ein Ei kleben lässt. Gepresst wurde trotzdem.

 

Viele Blüten verloren nach dem Pressen Ihre schöne Farbe und konnten auch nicht mehr verwandt

 

werden, denn ich wollte schöne, bunte Eier haben.

 

Und so filterte ich Jahr für Jahr die Blüten und Gräser heraus, die nach dem Pressen sowohl ihre Farbe

 

behalten als auch so biegsam bleiben , daß sie sich auf das Oval kleben lassen.

 

Auch heute noch probiere ich immer wieder neue Blüten aus. Man lernt halt nie aus.

 

Geklebt werden die Blüten mit einem herkömmlichen Bastelkleber , den ich stark mit Wasser verdünne.

 

Bewaffnet mit Zahnstocher und Pinzettte lasssen sich die Blüten deutlich besser auf dem Ei platzieren,

 

als man sich vorstellt. Da der Kleber stark verdünnt wurde, lassen sich die Blüten noch einige Momente

 

auf dem Ei hin und her schieben , bis das richtige Plätzchen erreicht ist. Ist der Kleber getrocknet,

 

lässt sich nichts mehr machen.

 

Nach dem Trocknen werden die Eier noch mit einem Schutzlack versiegelt. Dieser schützt die Blüten

 

vor dem Abplatzen .

 

Das Ergebnis seht Ihr in der Galerie oder Ihr besucht mich auf den Märkten.

 

 

Eure Adriane